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Wiepersdorf 1980-1991

Ansichtskarte nach 1980. Quelle Kulturfonds der DDR

 

 

Zur Eröffnung 1980

 

Im Ländchen Bärwalde, Kreis Jüterbog gelegen, die heutige Arbeits- und Erholungsstätte für Schriftsteller und Künstler „Bettina von Arnim“, umgeben von den Ausläufern des Fläming. Weit breiten sich die Felder der „LPG Pflanzenproduktion Hohenseefeld“ aus. Kiefernwälder und ausgedehnte Hecken säumen das Bild der Landschaft. In einer flachen Talsenke liegt Wiepersdorf mit dem ehemaligen Gutshaus. Hier wirkten Bettina und Ludwig Achim von Arnim. Ludwig Achim von Arnim und seine Frau Bettina, geb. Brentano (1785-1859) waren es, die dem Haus in Wiepersdorf einen bis dahin unbekannten Glanz verliehen. Sie erst verwandelten es zu einem Ort nationaler Denkwürdigkeit. Zu den Gästen in Wiepersdorf zählten die Brüder Grimm, die beiden Humboldts und die Familie des Rechtsgelehrten Savigny. Das Werk Bettina von Arnims, einer geistvollen Frau des 19. Jahrhunderts, Schriftstellerin von hoher Qualität, die mit kühnen sozialpolitischen Ideen ihrer Zeit weit vorauseilte, wird heute sorgfältig gepflegt.

In zwanzig glücklichen Ehejahren gebar Bettina vier Söhne und drei Töchter. Die Familie wohnte abwechselnd auf dem Gut Wiepersdorf und in Berlin. Von 1820 bis 1848 hielt sich Bettina vorwiegend in Berlin auf. Der plötzliche Tod ihres Mannes im Jahre 1831 erzwang im Leben Bettinas tiefgreifende Änderungen. Sie behielt ihren Berliner Wohnsitz und widmete sich zunächst vor allem der Erziehung ihrer Kinder.

Mehr und mehr wurden in den folgenden Jahren ihre künstlerische Phantasie und ihre literarische Aktivität freigelegt. Nach dem Tod ihres Mannes hatte Bettina gleichsam ein zweites Leben begonnen, in dem sie ihr Drängen nach künstlerischer Aussage selbst schöpferisch verwirklichte. In den nun folgenden Jahren, zwischen 1835 und 1852, entstand Bettinas Lebenswerk. Es ist bezeichnend für Bettinas Haltung, daß sie trotz ihrer unlösbaren bürgerlichen Bedingungen versucht hat, das einfache Volk in ihre literarischen Arbeiten einzubeziehen, also die gesellschaftliche Wirklichkeit in ihrer ganzen Breite zu erfassen.

Das kulturelle Erbe hat in unserem gesellschaftlichen Leben einen festen Platz.

Das kulturelle Erbe lebt nur durch seine lebendige Aneignung und Weiterführung. Fester Bestandteil der großen und umfangreichen Pflege des humanistischen und revolutionären Erbes unserer DDR ist, die Schätze von Bettina und Ludwig Achim von Arnim weiter zu bewahren, in seinem Bezug zu den Aufgaben der Gegenwart zu erschließen und zu verbreiten. Auf der Grundlage der Beschlüsse der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands wurden umfangreiche Bauarbeiten zur Rekonstruktion und Restaurierung der ehemaligen Wirkungsstätte der Arnims, dieser bedeutenden nationalen Kulturstätte der DDR ausgeführt. Die Regierung der DDR stellte dazu umfangreiche materielle und finanzielle Mittel zur Verfügung. Architekten, Bauarbeiter, Restauratoren, Steinmetze, Bildhauer, Kunsthandwerker und Handwerksmeister des Institutes für Denkmalpflege der DDR, der Denkmalpflegebetriebe der DDR und der Baubetriebe des Kreises Jüterbog haben hervorragende denkmalpflegerische Leistungen zur Bewahrung und Pflege unseres nationalen Kulturerbes vollbracht.

In voller Schönheit und Pracht erleben wir jetzt die Stätte des Wirkens von Bettina und Ludwig Achim von Arnim. Die Schriftsteller und Künstler der DDR verbindet eine tiefe Liebe zu diesem Ort schöpferischen Schaffens. Davon zeugen viele Bekenntnisse der Schriftsteller und Künstler unseres Landes. Im Jahr 1948 schrieb Arnold Zweig in das Gästebuch in Wiepersdorf: „So bauen wir in der Jahre Lauf das Heim des Geistes wieder auf!“

Direktor Werner Wolf, 1980

 

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