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Peter Huchel

Peter Huchel

Der Schriftsteller und Grafiker Christoph Meckel schrieb 1980 unter dem Titel „Suchbild“ über seinen Vater Eberhard Meckel (1907-1969). Dieser hatte zusammen mit Peter Huchel (1903-1981) und Günter Eich (1907-1972) Mitte der 1930er Jahre „eine Autorentour nach Wiepersdorf“ unternommen. „An den Ausläufern des Fläming, am Rand des märkischen Dorfs, liegt das Stammschloss der Familie Arnim. Achim von Arnim und Bettina Brentano hatten dort vor 100 Jahren gelebt, ihre Gräber befinden sich auf dem Schlossgelände, ein schöner Schauplatz der deutschen Romantik mit Stallung, Orangerie und verwildertem Park. Es war ein heller zeitloser Tag im Sommer. Jeder der drei versprach, ein Gedicht zu schreiben, das WIEPERSDORF heißen und den gemeinsamen Tag zum Gegenstand haben sollte. Das Gedicht meines Vaters ist nicht erhalten, die Gedichte von Eich und Huchel wurden berühmt.“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Peter Huchel

Wiepersdorf

 

Wie du nun gehst im späten Regen,

der Mond und Himmel kälter flößt

und auf den laubverschwemmten Wegen

den Riß in die Gespinste stößt,

flammt über Tor und Efeumauer,

die Gräber wärmend, noch ein Blitz.

Und flatternd schreit im hellen Schauer

das düstre Volk am Krähensitz.

 

Dann ist es still. Der Teich der Unken,

das schuppiggrüne Algenglimmen

tönt klagend nur und dünn und hohl,

metallner Hall in Nacht versunken.

 

Wo gingt ihr hin? - Geliebte Stimmen,

unsterbliche, wo seid ihr wohl?

 

Aus: Gesammelte Werke, Suhrkamp Verlag 1984

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